August Friedrich Siegert

Siegerts erste Einzelausstellung – sozusagen zum 200. Geburtstag – sollte nach dem Stadtmuseum Düsseldorf und dem Koekkoek-Haus Kleve vom 18.04.-29.08.2021 im Roentgen-Museum Neuwied gezeigt werden. Bedingt durch die Einschränkungen der Corona-Pandemie war das Museum bis zum 18.05.2021 geschlossen. 

Da die Ausstellung zu dem Zeitpunkt bereits aufgebaut war, haben wir diese ab dem 18. April 2021 vorerst online, über unsere Webseite und Social-Media Plattformen (facebook.com\roentgenmuseumneuwied und instagram.com/roentgen_museum_neuwied) präsentiert. Mit Videos und Onlinebeiträgen werden wir auch weiterhin versuchen Ihnen die Werke näher zu bringen.

Wichtig:

Ab dem 23.08.2021 ist der Museumsbesuch nur noch mit einem Nachweis möglich. Am Einlass benötigen wir entweder einen Nachweis über einen Test, eine Impfung oder Genesung.


Video zur Ausstellung

Wir danken den Professional-Eventers für die Unterstützung.



Radiobeitrag von SWR2 zur Ausstellung


  • August Friedrich Siegert

    Ein aus Neuwied stammender Maler wird wieder entdeckt: Dass August Friedrich Siegert eine künstlerische Begabung besaß, erkannte schon sein Lehrer in der Schule der Herrnhuter Brüdergemeine. Der älteste Sohn einer Neuwieder Fabrikanten-Familie durfte dann mit 15 Jahren nach Düsseldorf ziehen und an der Königlichen Kunstakademie unter Wilhelm von Schadow, Theodor Hildebrandt und Carl Ferdinand Sohn Malerei studieren. 1859 bereits wurde er zum Mitglied der Königlichen Akademie für Bildende Künste in Amsterdam ernannt, und 1873 erhielt der Genremaler Siegert in Düsseldorf den Professorentitel.

    Rund 40 Gemälde sowie Zeichnungen und Druckgrafiken, überwiegend aus Privatbesitz, befinden sich in der Ausstellung und zeigen historische Themen, Portraits und spätbiedermeierliche Sujets. Die Sorgfalt August Friedrich Siegerts in der Komposition und beim Malen, die Details seiner Bilder sind legendär, beides machte ihn höchst erfolgreich. Wie sein ungewöhnlich detailliertes Geschäftsbuch zeigt, verkaufte er seine Werke in ganz Europa und auch in die USA.

    Neben den virtuos komponierten Momenten des Familienlebens, aber auch den Wirtshaus-Szenen, deren vielfältige Charaktere in historischen Kostümen faszinieren, sind noch heute Siegerts charmante Kinderbilder sehr beliebt. Die eigenen vier Kinder, die nach seiner Heirat mit der Düsseldorfer Kaufmannstochter Mathilde de Haen zur Welt kamen, inspirierten ihn zu berührenden Motiven. Mit genauem Blick und liebevollem Verständnis beobachtete der Maler, wie sich die Heranwachsenden in der Welt der Großen orientieren, diese nachahmen und damit zuweilen karikieren. Das Interesse am Menschen – gleich welcher gesellschaftlichen Stellung – und am menschlichen Miteinander war seine Leidenschaft. 

  • Objekte der Ausstellung

    Hier werden wir Ihnen verschiedene Objekte der Ausstellung näher bringen.


    Foto:  Gemälde „Der Feiertag“
    Das Gemälde „Der Feiertag“ malte August Friedrich Siegert im Jahre 1852.

    Zwei Frauen sitzen nahe am Fenster In einem gewölbten Innenraum mit gehobener Ausstattung: Die junge Frau liest einer älteren aus einer mittelalterlichen Handschrift vor. Die ältere Frau – wohl die Mutter – sitzt in einem Sessel, ihr Enkel schmiegt sich an sie. Rechts im Vordergrund schläft ein eingerollter Hund auf einer Truhe. Dieser Hund findet sich öfter auf Siegerts Gemälden.

    Die Gottesfürchtigkeit der beiden Frauen wird durch ein Kreuz in einer Wandnische rechts vom Fenster betont. Der direkte Blick aus dem Fenster richtet sich auf die Kirchgänger vor dem Haus, die am Feiertag den Gottesdienst besuchen. Die Rose im Topf auf der Fensterbank verweist auf die Jugend der Vorleserin, bei der es sich um Siegerts Frau Mathilde handelt. „Mathilde hat große Freude, daß ich die lesende Frau ganz nach ihr gemalt habe“, schreibt er an seine Mutter Sophie in Neuwied.

    In zeitgenössischen Besprechungen wurde das Bild sehr gelobt. So fertigte Siegert weitere Exemplare an. 1866 erwarb der König von Hannover eine Version mit dem Titel „Sonntagsfrühe“.


    Foto: „Im Studiersessel“
    Dieses Ölgemälde von August Friedrich Siegert trägt den Titel „Im Studiersessel“ oder „Der kleine Bibliothekar“ und wurde im Jahre 1870 gemalt.

    Ein kleiner hellblonder Junge – vielleicht ein Sohn von Siegert –  hat sich auf den großen Sessel im Arbeitszimmer seines Vaters gesetzt und versucht so, den Vater zu imitieren. Damit er größer erscheint, hat er als Unterlage einen Folianten, ein großes, unhandliches Buch, genommen. In der linken Hand hält er ein geöffnetes, altes Buch, mit der rechten Hand eine Porzellanpfeife.

    Im linken Hintergrund ist der Arbeitstisch des Vaters zu erkennen, darauf Bücher und eine Feder im Tintenfass. Rechts ist ein Regal mit mächtigen Folianten angedeutet.

    Dieses Motiv Siegerts war sehr beliebt und erfolgreich, und so entstanden mehrere Variationen. In dieser Variation ist der Junge frontal dem Bildbetrachter zugewandt und blickt ihn stolz an.


    Foto: „Frau mit Dröppelminna“
    In dem Gemälde „Frau mit Dröppelminna“ zeigt August Friedrich Siegert eine Frühstücksszene, die an die traditionelle „Bergische Kaffeetafel“ im Bergischen Land bei Köln erinnert.

    Genüsslich füllt sich eine Frau ihre Tasse mit Kaffee aus einer „Dröppelminna“, einer bauchigen, auf drei Füßen stehenden Kaffeekanne aus Zinn mit Zapfhahn. Ein Stövchen unter der Kanne dient zum Warmhalten, aufgebrüht wurde der Kaffee aber in einem anderen Gefäß. Der in der Kaffeekanne verbleibende Kaffeesatz verstopfte meist den Ausguss und so tropfte (dröppelte) der Kaffee in die Tasse. Dies gab - zusätzlich mit ihrer rundlichen Form - dieser Kaffeekanne ihren Namen. 

    Ein Rosinenbrot liegt griffbereit neben der Kaffeetasse auf dem Tisch. An die Handarbeit, die die Frau nun mit einer Pause unterbricht, weist ein Wollknäuel hin, der noch auf dem Tisch liegt. Die Szenerie befindet sich in einem häuslichen Innenraum.

    Von diesem Motiv gibt es mehrere Variationen, die Siegert auch mit „Kaffeeschwester“ bezeichnete.


    Foto: Titel - Kaiser Maximilian bei Albrecht Dürer, diesem die Leiter haltend
    Heute zeigen wir eine Ölskizze von 1847/48, ein erster Entwurf zu August Friedrich Siegerts Gemälde “Kaiser Maximilian bei Albrecht Dürer, diesem die Leiter haltend“.

    Albrecht Dürer hatte den Auftrag, den Rathaussaal in Nürnberg mit dem „großen Triumphzug des Kaisers“ auszumalen. Kaiser Maximilian kam nach Nürnberg und besuchte Dürer bei der Arbeit. An einer Stelle wünschte er eine andere Figur als die, die der Maler ausgesucht hatte. Dürer stieg sofort auf die Leiter und zeichnete die gewünschte Figur an die Wand. Dabei schwankte die Leiter. Der Kaiser rief einen Pagen und hieß ihm, dem Meister die Leiter zu halten. Der Edelmann erwiderte: „Soll ich, ein Edelmann aus bestem Stand einem bürgerlichen Meister dienen? Das sollen die Diener tun!“. Der Kaiser griff selbst zu der schwankenden Leiter und sagte: „Was der Kaiser tut, wird Euch nicht Unehre machen! Auf dieser Seite ich, auf der dort Ihr.“

    Als Dürer wieder herabgestiegen war, wandte sich der Kaiser noch einmal zu dem jungen Edelmann und dem adeligen Gefolge: „Albrecht Dürer ist in seinem Reich der Kunst ein Herr und Fürst wie keiner in der Welt! Aus hundert stolzen Edelleuten kann ich keinen Dürer machen. Aber wenn ich will, aus jedem meiner Untertanen einen Edelmann!“ Zu Dürer sprach er und zog dabei sein Schwert: »Dulde diesen Schlag und fürder keinen mehr! Steh' auf als edler Ritter des Heiligen Römischen Reiches! Du sollst deinen Namen behalten wie bisher. Denn du hast ihn selber durch deine große Kunst geadelt! Deine Farbe soll himmelblau sein, mit drei silbernen Schilden zum Zeichen deiner Kunst deines Fleißes und deiner Bescheidenheit!«

    1604 erstmals erwähnt, wurde diese Geschichte im 19. Jahrhundert romantisiert und öfter von Künstlern dargestellt, so auch von August Friedrich Siegert.


    Foto: Titel - „Unser täglich Brot gib uns heute“.
    Ein weiteres Gemälde von August Friedrich Siegert in unserer Ausstellung trägt den Titel „Unser täglich Brot gib uns heute“. Gemalt wurde es von Siegert im Jahre 1878.

    Eine alte Frau sitzt an einem schlichten Tisch und betet. Vor ihr steht eine Schüssel, wohl mit einer Suppe, ein Teller mit Löffel und daneben liegt ein Stück Brot. Es ist ein karges Mahl, das sie nach dem Gebet einnehmen wird.

    Dieses Motiv war sehr beliebt bei gottesfürchtigen Sammlern. Ein weiteres Exemplar befindet sich sogar in der New York Historical Society.


    Foto: Wolfgang Thillmann
    August Friedrich Siegerts Gemälde „Kinder im Atelier“ entstand 1863. Es ist eines der erfolgreichsten Motive des Malers. Aus dem Besitz des Roentgen-Museums wird es neben zahlreichen Leihgaben in der dortigen Siegert-Ausstellung präsentiert.

    Das Gemälde zeigt den Vorraum des Ateliers von August Friedrich Siegert. Dort befinden sich zahlreiche Requisiten, die der Künstler für seine historisierenden Genrebilder verwendete. Drei Kinder des Künstlers – Emmy, Helene und Adolf – haben den Vorhang an der Türe zur Seite geschoben und betreten den Raum. Staunend, aber auch ängstlich betrachten sie eine Ritterrüstung. Die Kinder haben offensichtlich die Rüstung berührt, wodurch der linke Handschuh herabgefallen ist. Hiervon erschreckt klammert Helene sich ängstlich an die große Schwester Emmy. Der kleine Adolf stellt sich mutig vor die Rüstung. Weitere Attribute im Raum sind Malutensilien des Künstlers, wie ein Krug mit Pinseln, ein Firnisfläschchen, eine Palette mit Pinseln, eine fertig gespannte Leinwand und eine Mappe mit Zeichnungen.

    Das Motiv malte Siegert mehrmals, aber immer wieder mit kleinen Variationen. Zwischen 1860 und 1883 konnte er es mindestens zehn Mal verkaufen, u. a. nach England, Frankreich, Belgien und in die USA. So schrieb Siegert 1860 an seine Mutter: „Dieser Tage habe ich die Kinder mit der Rüstung, welche ich nach England bestimmt hatte, wieder an einen Berliner Kunsthändler verkauft (zum 4ten mal).“ Theodor Fontane erwähnte auch dieses Gemälde in seiner Besprechung der Berliner Kunstausstellung 1862.

     Foto: Wolfgang Thillmann


    Foto: Christian Wucherpfennig
    August Friedrich Siegert malte 1878 dieses Gemälde mit dem Titel „Lokalblatt“, dass sich in der Siegert-Ausstellung im Roentgen-Museum befindet.

    August Friedrich Siegert malte diese Darstellung erstmals um 1871, aber in verschiedenen Variationen. Vor einem monochromen dunklen Hintergrund sitzt ein alter Mann mit Brille an einem Tisch und liest konzentriert die in der Hand haltende Tageszeitung. Ein weiterer, wohl schon gelesener Bogen der Zeitung mit der Titelseite liegt vor ihm auf dem Tisch. Der Mann trägt Hut und Mantel und raucht eine Pfeife. Er scheint nur für ein schnelles Bier, das in einem Humpen vor ihm auf dem Tisch steht, in sein Wirtshaus gekommen zu sein.

    Solche Sujets waren in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sehr beliebt. Siegert stellte neben dem Zeitungsleser weitere Typen dar, so einen Weinkenner, eine Frau beim Kaffeetrinken oder eine alte Frau beim Gebet.


    Foto: Christian Wucherpfennig


    Foto: Christian Wucherpfennig
    Heute stellen wir Euch aus der August Friedrich Siegert-Ausstellung im Roentgen-Museum das Gemälde „Die Fruchtmalerin“ vor. Es ist im Jahre 1876 von Siegert in Öl auf Leinwand gemalt und zählt heute zu einer Privatsammlung in Düsseldorf.

    Wir sehen drei fein gekleidete Kinder, die hier einen herrschaftlichen Salon betreten. Das kleinste Kind streckt seine Hände zu einer gefüllten Obstschale aus, die auf einem mit Seiden- und Spitzendecke behangenen Tisch das Zentrum des Gemäldes bildet. Die beiden anderen Kinder schauen hinter einem Goldleder-Paravant und einem Vorhang hervor. Links sitzt eine Malerin an ihrer Staffelei. Mit ihrem Malstock versucht sie das jüngste Kind davon abzuhalten, sich eine Frucht zu nehmen. Die Fruchtschale dient ihr als Motiv für ein Gemälde. Dies geht auch aus Skizzen hervor, die in ihrer Zeichenmappe am Boden liegen.

    Bei der jungen Malerin könnte es sich um die Düsseldorfer Früchtemalerin Emilie Preyer (1849-1930) handeln, die in der Nähe der Familie Siegert wohnte. Als Mädchen war sie nicht zum Studium an der Kunstakademie zugelassen. So wurde sie von ihrem Vater Johann Wilhelm Preyer (1803-1889) entsprechend ausgebildet. Emilie Preyer wurde sehr bekannt und ist dies heute noch. Mit 17 Jahren verkaufte sie ihre Bilder bereits im Kunsthandel; mit 19 stellte sie erstmals im Düsseldorfer Kunstverein aus.

    Die Künstlerin auf diesem Gemälde hat Siegert mit einfacher Schürze über ihrem Kleid in einem repräsentativen Wohnsalon dargestellt. Indirekt verweist er so auf die schwierige gesellschaftliche Position einer Malerin zur damaligen Zeit, der es oft nicht möglich war, ein richtiges, eigenes Künstleratelier zu beziehen.


    Foto: Wolfgang Thillmann
    „In der Bibliothek“, so heißt diese Lithografie (Steindruck) nach einem Gemälde von August Friedrich Siegert. Als Druckgrafik veröffentlichte der Künstler mehrere seiner sehr beliebten Motive und machte sie somit weit bekannt.  Dieses Blatt erschien im Düsseldorfer Künstler-Album des Jahres 1862. Die Düsseldorfer Künstleralben waren sehr schön gestaltete von 1851-1866 jährlich erscheinende Bücher mit Abbildungen zahlreicher Kunstwerke von Düsseldorfer Künstlern.

    Das Bild zeigt Helene, die Tochter von August Friedrich Siegert, die auf dem Schreibtischsessel ihres Vaters kniet, den Oberkörper auf den Schreibtisch lehnt und - mit ihrem Finger den Zeilen folgend - in einem aufgeschlagenen Buch liest. In der dargestellten Studierstube oder Bibliothek sind überall Bücher zu sehen. Auch im Hintergrund ist eine Bücherwand zu erkennen, vor der eine erwachsene Person auf einer Bibliotheksleiter steht und in einem Buch studiert.

    Von diesem Motiv gibt es nur eine Ölstudie, die neben dieser Lithografie in der Ausstellung zu sehen ist. Der Verbleib des Ölgemäldes ist leider nicht bekannt. Der bekannte Schriftsteller Theodor Fontane (1819-1898) hat 1862 dieses und ein weiteres Siegert-Gemälde in einer Besprechung der Berliner Kunstausstellung erwähnt.

    Foto: Wolfgang Thillmann


    Foto: Christian Wucherpfennig
    Hier sehen wir nun ein „Selbstbildnis“ des Malers August Friedrich Siegert. Entstanden ist es im Jahre 1883, kurz vor seinem Tod. Siegert ist nicht sehr alt geworden. Er verstarb mit 63 Jahren an einer Blutvergiftung infolge einer Verletzung am Mittelfinger der rechten Hand, die er sich wohl bei der Gartenarbeit zugezogen hatte.

    August Friedrich Siegert ist auf dem Porträt als aufrechter älterer Herr mit wachen Augen, weißen Haaren, Vollbart und dunkler Kleidung zu sehen. Er blickt den Betrachter nachdenklich an.

    Durch seinen Tod am 13. Oktober 1883 in Düsseldorf konnte Siegert leider das Gemälde nicht mehr selbst vollenden. Fertiggestellt hat es dann die Düsseldorfer Malerkollegin Ernestine Friedrichsen (1824-1892), die das Todesdatum des Malers gut sichtbar auf der Vorderseite vermerkte.

     



    Foto: Christian Wucherpfennig


    Foto: Wolfgang Thillmann
    „Das Dachstübchen“ aus dem Jahre 1853 ist ein weiteres Ölgemälde des Malers August Friedrich Siegert (1820-1883), das aus der Ausstellung im Roentgen-Museum Neuwied vorerst digital präsentiert wird. Es ist keine Leihgabe, sondern befindet sich im Besitz des Roentgen-Museums.

    Dargestellt ist ein in einem gemütlichen Dachstübchen liegendes Wiegenkind, das von der älteren Schwester gehütet wird. Während das Baby schläft, sitzt die ältere Schwester auf einem Fußbänkchen und schreibt etwas auf ihre Schiefertafel, vielleicht ihre Hausaufgaben. Das große, offene Buch in einem Ohrensessel dient dazu als Vorlage. Im Vordergrund spielt eine Katze mit einem Wollknäuel. Durch eine Dachgaube einfallendes Licht erhellt den Raum, in dem sich allerlei Alltagsgegenstände befinden: Kleidungsstücke, Bücher, ein Spinnrad, ein Vogelkäfig und ein Wandkalender mit der Jahreszahl 1853, die gleichzeitig das Gemälde datiert.

    August Friedrich Siegert war zu dieser Zeit nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Neuwied wieder nach Düsseldorf umgezogen. Mit diesem Gemälde lässt er Erinnerungen an sein Neuwieder Atelier durchklingen, denn dieses befand sich in einem Dachzimmer in seinem Elternhaus.

    Dieses Bildmotiv malte Siegert in mehreren Größen. Ein erstes großes Gemälde ging an den Kunstverein in Prag.

    Foto: Wolfgang Thillmann


    Foto: Christian Wucherpfenning
    „Der kleine Kunstfreund“ aus der Zeit um 1860. Gemalt hat es der aus Neuwied gebürtige, in Düsseldorf studierende und später dort auch wirkende Maler August Friedrich Siegert (1820-1883), dem die Ausstellung gewidmet ist. 

    Im Vorraum eines Künstlerateliers blickt ein kleiner Junge, wohl August Friedrich Siegerts Sohn Adolf, andachtsvoll auf ein gerade fertiggestelltes Gemälde mit einer militärischen Schlachtenszene, ein Bild des Künstlers und Siegert-Nachbars Wilhelm Camphausen. Der Junge vergisst beim Betrachten völlig sein eigenes Holzpferdchen, das er an einer Kordel hinter sich hergezogen hat. Im Hintergrund ist ein Maler in seinem Atelier zu erkennen. Es handelt sich wohl um den Künstler Adolph Tidemand, den Patenonkel des kleinen Jungen.

    Beachtenswert und sehr schön wiedergegeben sind die Details: das Holzpferdchen, die Modelle von einem Hund und Pferd auf dem Regal im Maleratelier oder die Keramik auf dem Schrank hinter dem Schlachtenbild. Mit der Abbildung des Schlachtenbildes zeigt Siegert seine Könnerschaft, auch ein solches Thema bewältigen zu können.

    Foto: Christian Wucherpfenning


  • Katalog zur Ausstellung

    Sie können den Katolog  gerne telefonisch oder unter roentgenmuseum@kreis-neuwied.de auf Rechnung bestellen.

    Preis: 34,00 € +  Versandgebühren

  • Ausstellungsflyer